| |
kann. Dieser Umstand und eine grad am Throne befindliche Versenkung ermöglichen es, daß Abú Kitál, der Scheik, schein- bar auf diesem Throne sitzen, zu gleicher Zeit als Schatten hinter dem weißen Zeltvorhange sprechen und doch dann sich wieder vom Throne erheben kann. Rechts davon, immer vom Publikum aus gerechnet, steht eine altertümliche Ruhebank zum Sitzen und zum Legen, aus weißem Alabaster von Martú. Um den Sitz weich zu machen, gibt es einen zusammengelegten Teppich, der die Bank aber keineswegs verhüllen darf. Links vom Throne ein niedriger Steintisch mit mehreren Sitzkissen. Das ist der Arbeitsplatz Babels. In der Mitte allerlei altbabylonische Dinge, Gefäße, Figuren u. s. w., die Gegenstände seiner Studien sind. Während des Spieles wird die Beschäftigung mit ihnen von Seiten des Ak Auf dem Tische drei Bücher: Die Biblia des alten Testamentes, der Menschengeist, ein von Babel verfaßtes Buch, und die Menschenseele ein Manuskript, an dem er jetzt eben arbeitet. Der Raum vor dem Turme bildet den vom eigentlichen Beduinenlager unterschiedenen und von ihm abliegenden Gebets-platz der Ánalláh, auf dem auch die Versammlung der Aeltesten des Volkes, Dschemmáh genannt, abgehalten wird. Der Zutritt ist nicht Jedermann gestattet. Dieser Platz wird von uralten, sonderbar geformten Mauerresten resp. von Palmen und Büschen ein-geschlossen. Diese Büsche sind meist Palmenausläufer, Oleander und Kapernsträucher. Staffiert ist diese Oertlichkeit durch allerlei ausgegrabene Merkwürdigkeiten, welche das Gefühl erwecken, daß man sich hier mehr von alten, längst überwundenen, als von neuen Gedanken leiten la mäuer ein Tamariskenstrauch, hinter dem Márah Dúriméh dem ersten Teile des ersten Aktes zuhört, ohne von den Mitspielenden bemerkt werden zu können.
In der Nähe der Frauenabteilung brennt zwischen auf-geschichteten alten Ziegelsteinen immerwährend ein Feuer, an welchem Schéfaká den Kaffee kocht. Diese Feuer bildet, falls nicht Fackeln angezündet werden, des Abends das einzige Be- leuchtungsmittel für den Beratungsplatz. Daneben sieht man die runden Servierbleche, auf denen die kleinen Täßchen und Untersetzer nebst Kanne, Mörser und Kaffeemühle stehen. Weiter-hin die Wasserpfeifen und einige hohle Elefantenfüße mit Tschibuks für die Gäste.
Weil Babel an diesem Platze wohnt, ist er der Wirt und
seine Tochter die Wirtin Aller, die hier als Gäste zu betrachten sind, besonders aber des Scheikes, welcher täglich vom Lager herüberkommt, um seine freien Stunden hier zuzubringen. Babel ist sein Lehrer und Vertrauter und Scháfaká der von ihm verzogene Liebling des ganzen Stammes.
3. Personen
Abú Kitál (Vater des Kampfes) der Scheik der Ánalláh. Un-
gefähr fünfzig Jahre alt, hohe, breite Gestalt. Gewalt- mensch, aber zur Veredelung veranlagt. Körperlich und geistig vollkräftig und gewandt. Impulsiv. Aufstrebend, aber in falsche Richtung geleitet. Hat stets die Peitsche in der Hand, bis sie ihm von seinem Sohne entrissen und zerbrochen wird. Sein Auftreten ist rauh, gegen Schéfaká aber von weichster Gut-mütigkeit. Kopfbedeckung Kefíje und Agál.
Die Kefíje ist ein baumwollenes aber seidenes Kopftuch, blau, rot, schwarz, einfarbig oder mit weiß gemustert. Ist sie aus Seide, so ist die Farbe meist gelb.
|  |
|
| |
|
|